Richard Strauss
1989-01-01
Richard Strauss, Nürnberger Symphoniker, Klauspeter Seibel
Colosseum Music Entertainment
Number of discs: 1
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Nürnberger Symphoniker
Unter der Leitung von Klauspeter Seibel

In der Fülle des Oeuvres von Richard Strauss sind noch Partituren zu entdecken. die keinen Zugang zum populären Konzert-Repertoire gefunden haben. In den drei Stücken dieser Aufnahme spannt sich der Bogen von den frühesten Kompositionen bis zum Spätwerk. vom Festmarsch op. 1 aus dem Jahr 1876 und der Symphonie d-Moll von 1880 bis zum Gedächtniswalzer MÜNCHEN in der Zweitfassung von 1945.

Die Geniestreiche des Schülers sind keineswegs zaghafte Versuche und somit auch nicht als Jugendsünden abzutun. Richard Strauss überrascht beim Festmarsch schon als Zwölfjähriger mit einem fulminanten Talent. in der Symphonie d-Moll vier Jahre später als Beherrscher der Form, der seine überschwänglichen Einfälle kompositorisch meisterlich verarbeiten kann.

In der Symphonie schöpft der 16jährige Heißsporn aus dem Vollen. bedient sich souverän der spätromantischen Tonsprache, kann bereits äußerst farbig instrumentieren. Zudem markiert dieser kühne Anfang fast schon wieder den Abschied von der klassischen Gattung der Symphonie, denn später schreibt er lieber „Symphonische Dichtungen“ in freier Form.
In der Symphonie d-Moll sind – acht Jahre vor dem „Don Juan“·. dem Aufbruch zu der neuen Reihe – bereits wesentliche Charakterzüge für die weitere Entwicklung deutlich erkennbar: im Andante zum Beispiel eine locker hingetupfte Eleganz. ein prickelndes Brio. eine orchestrale Opulenz. Die man einfach nur frühreif nennen kann.
Diese Symphonie erlebte 1881 im Odeon unter Hermann Levi ihre erfolgreiche Uraufführung. Den Festmarsch. einem Onkel des Komponisten. dem Münchner Brauereibesitzer Georg Pschorr, gewidmet. dirigierte der Vater 1881 in seinem Privatorchester. der „Wilden Gungl“. Nach dem Motto: Das Bessere ist der Feind des Guten , hat sich Strauss später kaum um diese Stücke. Zeugnisse eines großen Beginns. gekümmert.

Den Gedächtniswalzer MÜNCHEN schrieb Strauss 1939 als Gelegenheitsmusik zu einem nicht aufgeführten München-Film. Es war eine funkelnd gemütvolle Hommage an die geliebte Vaterstadt. Im Februar 1945, deprimiert von der schlimmen Kriegszerstörung der deutschen Städte und der Theater (Geburtsorte seiner Opernkinder) nahm sich der 80jährige den Walzer noch einmal vor. In wehmütiger Erinnerung geriet die zweite Fassung polyphoner und wuchtiger mit einem Mittelteil in Moll; ein Biograph bezeichnet ihn als „ein Walzer-Requiem·‘: elegisch. aber am Ende doch mit einem optimistischen Prinzip Hoffnung. wie es das gesamte Lebenswerk des Komponisten durchpulst.

Fritz Schleicher

 

Track: Title: Artist:
1 Symphony d-Moll für Orchester (1880) op. 4 – Andante maestoso – Allegro Nürnberger Symphoniker 00:10:35
2 Symphony d-Moll für Orchester (1880) op. 4 – Andante Nürnberger Symphoniker 00:07:32
3 Symphony d-Moll für Orchester (1880) op. 4 – Scherzo: Molto allegro, leggiero Nürnberger Symphoniker 00:04:36
4 Symphony d-Moll für Orchester (1880) op. 4 – Finale: Allegro maestoso Nürnberger Symphoniker 00:10:14
5 Festmarsch Es-Dur für großes Orchester (1876) op. 1 Nürnberger Symphoniker 00:06:53
6 München (1945) – Ein Gedächtniswalzer (2. Fassung) Nürnberger Symphoniker 00:09:07
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