2 Konzerte für Violoncello und Orchester [Heinrich Sutermeister]
1993-11-01
Esther Nyffenegger - Violoncello, Nürnberger Symphoniker, Werner Andreas Albert
Colosseum Music Entertainment
Number of discs: 1
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Esther Nyffenegger – Violoncello
Nürnberger Symphoniker
Werner Andreas Albert

Heinrich Sutermeister (geb. 1910) hat sich neben seinen Werken für das Musiktheater – erwähnt seien die von Karl Böhm uraufgeführte und in fünf Fremdsprachen übersetzte Oper „Romeo und Julia“, sowie „Raskolnikoff“ (Mailänder Scala) –  auch mit Orchester- und Chorwerken, darunter der von Herbert von Karajan erstmals betreuten „Missa da Requiem“.einen Namen von Weltruf geschaffen.
Neben drei Klavierkonzerten schrieb er die beiden hier erstmals eingespielten Cellokonzerte, wobei das erste (1963) Ludwig Hoelscher, das zweite (1972) Esther Nyffenegger zugedacht ist. In beiden Werken sucht Sutermeister „das Gespräch mit dem Zuhörer“, wobei der Solist als Vermittler zwischen dem etablierten Symphonieorchester und den Techniken, Farben und Formen des heutigen musikalischen Empfindens fungiert. Dabei ging er manieristischen Spielarten und Verfremdungen des „Aristokraten unter den Streichinstrumenten“ (Pablo Casals) bewußt aus dem Weg . Stets wird unverstellte Ansprache und Kommunikation erstrebt, wobei der Komponist nach dem berühmten Ausspruch Claude Debussys das Tonmaterial so „aushörbar“ und transparent vorzustellen bemüht ist, daß sich die „nackte Emotion“ („la chair nue de l’émotion“) dem Zuhörer mitteilen kann. So sind die beiden langsamen Sätze ein unüberhörbares Bekenntnis zur Cellokantilene, zur idealsten Synthese von Material und musikalischer Mitteilung, wie sie sonst wohl nur der „Vox humana“ vergönnt ist.
Die Formung beider Konzerte ist auch für den musikalischen Laien klar erfaßbar. Klassische Muster (Sonatenform, Lied, Rondo etc.) werden aus heutiger Sicht undogmatisch abgewandelt, wobei sich der am Genfersee lebende Deutschschweizer Sutermeister seiner Vermittlerrolle zwischen südlich-leuchtender Farbgebung französischer Vorbilder und der plastischen Struktur deutschen Formwillens klar bewußt ist.
Das zweite Konzert (entstanden in enger Zusammenarbeit mit Esther Nyffenegger) wurde als deutlicher Kontrast gegenüber dem ersten konzipiert; das erweist sich schon in der Orchesterbesetzung, da dem „großen Orchester“ (Nr. 1) die Ökonomie eines auf klassisches Maß reduzierten Begleitkörpers folgt. In beiden Werken fällt jedoch dem Solisten die führende Rolle zu, wobei das Orchester nur als behutsamer Betreuer den Solopart begleitet.

Esther Nyffenegger, die Solistin beider Konzerte, wurde in Zürich geboren. Zahlreiche Konzerttourneen führten die Trägerin internationaler Musikpreise mehrmals in die USA, nach Canada, Mexico, Südafrika, in den Nahen Osten sowie in fast alle westeuropäischen Länder, u.a. als Solistin des Tonhalleorchesters Zürich, der Festival Strings Lucerne und des Kölner Kammerorchesters.

CD 1 Interpret Titel Länge
1 Esther Nyffenegger / Nürnberger Symphoniker Violoncello u. Orch. Nr.1 (1963) – Allegro 10:41
2 Esther Nyffenegger / Nürnberger Symphoniker Violoncello u. Orch. Nr.1 (1963) – Lento 09:26
3 Esther Nyffenegger / Nürnberger Symphoniker Violoncello u. Orch. Nr.1 (1963) – Presto 06:33
4 Esther Nyffenegger / Nürnberger Symphoniker Violoncello u. Orch. Nr.2 (1972) – Allegro 10:45
5 Esther Nyffenegger / Nürnberger Symphoniker Violoncello u. Orch. Nr.2 (1972) – Lento 08:52
6 Esther Nyffenegger / Nürnberger Symphoniker Violoncello u. Orch. Nr.2 (1972) – Presto 08:11
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